Esme - früher Mila aus dem Tierheim Jaca, grüßt aus ihrer Familie:

 

Esme hat sich sehr gut bei uns eingelebt.

Es ist schwierig, etwas über sie zu schreiben, weil sie so unglaublich gut ist. Es gibt so viele Geschichten, die man von ihr erzählen könnte, dass einem die Wahl schwerfällt. Jeder, der sie trifft, schließt sie gleich ins Herz oder ist einfach nur beeindruckt von ihr. Leute aus unserem Dorf, die sie auf der Strasse treffen oder Handwerker, die zu uns kommen und beeindruckt sind, wie neugierig sie ist und wie sie sich für alles interessiert, was sie tun, wie sie die Werkzeuge inspiziert und froh ist über die Unterhaltung. Wen auch immer wir treffen, hat ein gutes Wort für sie.

Als Esme zu unserer Familie stieß, hatten wir noch zwei andere Hunde, Lizzy, selber ein Rescue Dog und mittlerweile 7 Jahre alt, und Holly, eine große dreijährige Irische Wolfshündin, und drei Katzen. Wir waren also vorbereitet. Beim ersten Treffen verhielten sich die Hunde sehr freundlich und höflich, wenn auch ein wenig reserviert.

Der erste Abend verlief bemerkenswert ruhig. Erst gingen wir zusammen auf einen Spaziergang und als wir dann zurück kamen, erforschte sie die ersten zwei Zimmer des Hauses. Nach dem Abendessen legten sich alle 3 Hunde zu unserer Überraschung einfach hin und schliefen die ganze Nacht.

Mit ihren spielerischen Gesten lud Esme die anderen Hund zum Spielen ein. Sie lernte schnell, Lizzy nicht zu sehr zu ärgern, da sie eher etwas ernst ist und nicht so viel für Jagdspiele und Rangeln übrig hat. Esme drängte sich ihr nie auf, wenn sie nicht spielen wollte, und sie belästigte sie nie, wenn sie ihre Ruhe haben wollte. Holly war dagegen immer für ein Spiel zu haben und teilte sogar bereitwillig ihr Futter mit ihr.

Obwohl die Katzen an den Umgang mit Hunde gewohnt und deshalb auch einem neuen Hund gegenüber nicht so ängstlich waren, machten wir sie doch nur mit viel Vorsicht miteinander bekannt. Anfangs war Esme gegenüber Mungo, unserem größten Kater, etwas ängstlich, aber Mungo verhielt sich sehr diplomatisch und würdig und ließ sich nicht so leicht aus der Ruhe bringen. Er war immer Herr der Lage und Esme verhielt sich immer sehr respektvoll. Mungo hält sich die meiste Zeit des Tages bei den Hunden auf, und so lernte Esme ihn am besten kennen. Sie mag ihn sehr, schleckt ihn oft ab und zeigt ihm ihre Verbeugungsgesten.

Auch die Gewöhnung an Monty und Max, die anderen zwei schwarzen Kater, verlief problemlos und sie kommen mittlerweile alle gut mit einander aus, sogar wenn sie sich im Garten treffen. Sie jagt sie nicht und passt ihr Verhalten jedem tierischen Mitbewohner individuell an.

In den ersten Wochen war Esme sehr hungrig. Aber jeden Tag wurde sie etwas stärker und setzte ein wenig mehr Gewicht an. Durch die Möglichkeit, im Garten frei herumrennen zu können, entwickelte sie auch eine ordentliche Muskulatur.

Nach der ersten Gewöhnung lernten sich die Hunde von Tag zu Tag besser kennen, und aus der anfänglichen Höflichkeit wurde alsbald eine entspannte Freundschaft. Nach einer guten Woche war Esme selbstbewusst und stark genug, so richtig wild mit Holly zu spielen. Holly ist sehr groß und stark, aber gleichzeitig auch sehr sanft und tolerant.

Esme hatte sich für die Nacht einen Stuhl zum Schlafen erwählt, tagsüber lag sie jedoch immer auf den Hundebetten, dicht an Holly geschmiegt.

Zwischen Schlafen, Essen und Spielen gingen wir im Dorf und im Wald spazieren und ab und zu auch in die nächste Stadt. Esme war und ist immer noch voller Energie und Neugier für neue Orte, Leute und Hunde. Leute, die ihr begegnen, lernen sie sehr schnell kennen und schätzen.

Im Sommer stieß Nephin, ein kleiner Irish Wolfhound Welpe, zu unserem Rudel und wir waren zuerst etwas besorgt, dass Esme zu stark und wild mit ihm umgehen würde. Als Nephin bei uns einzog, konnte sie unter Esmes Bauch herumlaufen. Dies hat sich in den Monaten seither geändert, und jetzt ist es Esme, die unter Nephin durchlaufen kann. Als Esme mit der noch kleinen Nephin spielte, hat sie bemerkenswerterweise ihre Stärke genau den Bedürfnissen und Fähigkeiten von Nephin angepasst. Mit Holly hat sie komplett anders gespielt.

Es ist wirklich faszinierend, Esme und Nephin beim Spielen zuzusehen. Es wechselt ständig zwischen Ringen über Anschleichen, Auflauern und Jagen bis zu ausdauerndem gegenseitigen Kauen, bei dem es trotz des wilden Aussehens praktisch nie zu Verletzungen kommt. Manchmal jagt der eine den anderen, dann geht es wieder andersherum. Manchmal liegt der eine beim Ringen oben und dann der andere. Wenn es Esme mit dem Kauen zu viel wird, erfindet sie andere Spiele zur Ablenkung. Sie sucht dann ein „Spielzeug“, wie etwa Fallobst oder etwas vom Komposthaufen, wie zum Beispiel ein Stück Kohl oder eine Bananenschale, das man gut herumwerfen kann und das möglichst weit fliegt und das dann beide jagen können um zu sehen, wer es als erste fängt. Oder sie pflückt einen  Apfel vom Baum und rennt damit im Garten herum. Ein anderes beliebtes Spiel betrifft die Löcher, die die Beiden im Garten gegraben haben. Man kann Sachen hineintun und bewachen oder schauen, wer es als erstes wieder herausholen kann. Man kann den Welpen ins Loch tun oder sich selber reinschubsen lassen. Auch Stöcke, die man zu zweit halten und damit rumrennen kann oder die man sich gegenseitig stehlen oder auch bewachen kann, sind ein beliebtes Spielzeug. Esme verwendet diese Spielzeuge, um Nephin beizubringen, sich auf das Spiel zu fokussieren und nicht nur auf das Kauen.

Anfangs hasste Esme geschlossene Türen. Obwohl sie eigentlich nie alleine war, da immer mindestens ein oder zwei andere Hunde bei ihr waren. Trotzdem hielt sie es anfangs kaum aus, in einem geschlossenen Raum zurückgelassen zu werden. Zuerst konnte man sie gar nicht alleine lassen, dann gelang es uns, sie langsam erst für Sekunden, dann für Minuten und schließlich auch länger mit den anderen Hunden alleine zu lassen. Minute um Minute konnten wir die Zeit verlängern, die man sie alleine lassen konnte, so dass ich in ein anderes Zimmer gehen konnte ohne dass sie an der Türe kratzte oder sie sogar öffnete. Es war wichtig, dass sie lernte, dass es ihr manchmal nicht erlaubt ist, eine Türe zu öffnen, und dass sie manchmal ohne menschlichen Kontakt alleine sein musste. Was Türen angeht, trifft sie, wenn kein Mensch anwesend ist oder auch während der Nacht, immer noch ihre eignen Entscheidungen. Was auch mal ganz gut ist, wenn sie aufs Klo muss.

Sie kann jede Türe im Haus öffnen, sogar eine schwere Schiebetüre in unserer Scheune. Für diese Türe mussten wir einen speziellen Schließmechanismus erfinden, damit sie sie nicht einfach aufmacht.

Im Urlaub hatten wir einen transportablen Hühnerzaun dabei, da im Feld neben unserem Ferienhaus, getrennt nur durch einen niedrigen Gartenzaun, Schafe leben, und wir uns nicht sicher waren, wie sie auf diese Schafe reagieren würde. Abgesehen von normaler Neugier zeigte sie überraschenderweise kein gesteigertes Interesse an ihnen und versuchte nie, das Grundstück zu verlassen, obwohl es für sie ein Leichtes gewesen wäre.

Es gelingt ihr immer wieder, uns zu überraschen.

Sie ist in vielerlei Hinsicht bemerkenswert. Wir können sie ohne Probleme überall hin mitnehmen. Vor ein paar Tagen hatten wir sie auf dem Frankfurter Flughafen dabei und fuhren problemlos mit ihr in Aufzüge und einem kleinen Zubringerzug.

Vor einigen Wochen haben wir mit allen Hunden die Praxis meines Mannes besucht, weil die Arzthelferinnen sie mal sehen wollten. Die Hunde durften im Erdgeschoss frei herumlaufen und das Personal treffen. Dabei war Esme so verängstigt, dass sie zu niemandem hingehen wollte und sehr trübsinnig dreinblickte. Obwohl sie zu jedem, der sie ansprach sehr freundlich war, wollte sie doch, anders als die anderen Hunde, von sich aus zu niemandem hingehen um gestreichelt zu werden. Das war sehr untypisch für sie.

Wir glauben, dass sie dachte, wir würden sie dort zurücklassen. Wir hoffen, dass sie noch lernt, dass dies niemals geschehen wird.

 

Wir sind sehr glücklich mit ihr!

 

Viele Grüße

 

Patsy und Thilo

 

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