Senioren suchen ein Zuhause

Ein paar Gedanken zum letzten Transport von einem lieben Mitglied.

„Warum tut man sich das eigentlich an? Warum sind wir nicht in einem Strickclub oder einem Häkelverein?“ – Gute Frage – Hier die Antwort!

3:00 Uhr morgens, der Wecker klingelt. Um diese gottlose Zeit hat man weder Lust zu Frühstücken noch sich großartig darüber Gedanken zu machen, wie man eigentlich aussieht. Sei es drum, um halb vier ist Abfahrt und pünktlich um 03:25 trifft man sich am Auto und los geht’s. Trotz einiger Baustellen geht die Fahrt dann ohne weitere Probleme nach Gundelshausen.

Von da ab in den Bus, vollbepackt mit Leeren Hundeboxen, die ein paar Stunden später mit frischen Hunden aus Spanien gefüllt werden sollen. Trotz weiterer Baustellen auf den Autobahnen und Reiseverkehr sind wir überpünktlich in Eichenzell angekommen, wo schon die meisten Adoptanten mit Halsband und Leine ungeduldig darauf warten ihre auserwählten Fellnasen in das neue Heim zu bringen, während wir dann die Pfleglinge zur Chipabnahme und zum Fotografen bringen um sie dann in die Boxen im Bus zu verpacken mit denen die Reise dann noch mal weitergeht.

Aber Momentmal. Neun Uhr ist schon längst vorbei und Irgendwie kommt kein Transporter? Angeblich war er bis jetzt immer pünktlich. Heute scheinbar aber nicht. Ob da wohl was passiert ist? Schnell wird die Verbindung nach Spanien aufgenommen. Passiert ist zum Glück nicht noch mal was, aber durch starken Wind ist ein zügiges vorankommen nicht wirklich möglich und so kommt der Schock für alle Anwesenden – vier Stunden verspätung!

Die Enttäuschung ist groß, aber man kann ja doch nichts dran ändern! Und Außerdem, was sind ein paar Stunden schon im Vergleich zu einem ganzen Leben? Einige können noch mal nach Hause fahren, andere überbrücken die Zeit mit einem Mittagessen in einem Rasthof nicht weit entfernt und wir bleiben hier, holen erst mal Frühstück, erzählen Geschichten, Lachen und lassen uns nicht entmutigen.

Dann ist es 12:30 Uhr und wir hören das Klappern eines Transporters der in die Einfahrt des Hofes fährt. Und jetzt kommt der Moment der die lange Fahrt und das lange Warten lohnenswert macht! Die Türen des Transporters gehen auf, Licht erfüllt das Innere und aus den ersten Boxen sieht man schon schnüffelnde Nasen und ungeduldig kratzende Pfoten und nach und nach hört man auch ein paar Fellnasen die ein wenig fiepen und bellen. Behutsam wird abgeladen und dafür gesorgt das keiner flüchten kann. Erleichterung, Freude und eine durchweg gute Stimmung macht sich breit und nach und nach lichtet sich der Transporter.

Jeder Hund hat seine eigene Art mit allem zurechtzukommen. Manche kommen Ängstlich aus ihren Boxen und schon zwei Minuten später tauen sie auf und sind offen für ihre neuen Besitzer, andere sind scheu und zurückhaltend und brauchen etwas länger um in die Gänge zu kommen und sich auf die neue Umgebung einzulassen. Nur in einem Punkt sind sich am Ende alle Hunde einig – endlich eine Pinkelwiese!

Es ist ein tolles Erlebnis die Ankunft eines Transportes zu erleben und die Hin- und Rückfahrt wird belohnt durch Hunde die eine glückliche zweite Chance bekommen. Es ist alle Mühen wert, wenn die Hunde in ihrem neuen Zuhause entspannt in ihren Betten liegen und man sieht wie sie sich wohlfühlen. Wenn man sieht, wie super sie sich Entwickeln und jeden Tag aufs Neue nach vorne blicken. Und deshalb seid ihr nicht in einem Strickclub sondern im TSV Hund und Katz! Danke für den tollen Sonntag voller neuer Eindrücke! Ich freue mich schon aufs nächste Mal!