Lieber Adoptant,             

es freut uns, dass Sie sich für einen unserer Schützlinge interessieren.   

Der folgende Beitrag soll Ihnen behilflich sein um Ihnen einen Eindruck zu vermitteln, was mit einer Adoption eines Hundes/einer Katze aus Spanien auf Sie und Ihre Familie zukommt. Außerdem möchten wir Ihnen den Ablauf einer Vermittlung durch unseren Verein erläutern.

Ein großes Anliegen ist es uns, Sie optimal beraten zu können bei Ihrer Suche nach einem vierbeinigen Mitbewohner. Deswegen ist es für uns sehr wichtig das Sie unseren Fragebogen bitte genau ausfüllen und ihn dann unserem jeweiligen Ansprechpartner oder der Pflegestelle am besten online zukommen lassen.

                                                                           

In den Gesprächen, die Sie mit uns führen werden wir mit Ihnen zusammen die Möglichkeit einer Platzkontrolle besprechen, die der Adoption eines Tieres aus dem Tierschutz immer vorangehen sollte.

 

 

Wie kommt das Tier zu mir ?

Befindet sich das der Hund/die Katze auf einer Pflegestelle in Deutschland, bitten wir Sie die Abholung selbst durchzuführen, nur in Ausnahmefällen können wir Ihnen einen Teil der Strecke entgegenkommen oder ganz übernehmen, dies bedarf einer gesonderten Absprache. Bei einer Direktadoption aus Spanien sind wir den Transportauflagen unseres speziellen Tiertransporteurs unterworfen. Nur in seltensten Fällen werden wir die Möglichkeit von Flugpaten haben, aufgrund der abgelegenen örtlichen Situationen der Tierheime. Unsere Transporte organisieren wir circa alle zwei bis drei Monate über den Landweg selbst. Der Treffpunkt der Abholung wird mit jedem einzelnen Adoptanten abgestimmt.

 

Ist der Hund/die Katze stubenrein ?

Stammt das Tier aus einer deutschen Pflegestelle kann Ihnen diese dazu eine genaue Auskunft geben. Für Tiere, die direkt aus Spanien kommen, können wir keine Informationen darüber geben. In den meisten Fällen ist dies aber sehr gut trainierbar. Wir bitten dazu, vor allem die Adoptanten eines Welpen sich genau darüber im Klaren zu sein, das die Stubenreinheit erst in Ihrem Zuhause trainiert wird.

 

Kann der Hund/die Katze alleine bleiben ?

Bei Tieren von Pflegestellen kann darüber schon eine recht genaue Angabe in dem meisten Fällen gemacht werden. Ganz im Gegensatz dazu, bei Tieren aus dem Tierheim.

In den meisten Fällen ist dies gut trainierbar, gerne beraten wir Sie dazu bei einem persönlichen Gespräch.

 

Ist der Hund/die Katze gesund wenn er/sie ankommt?

Die Tiere werden vor Abreise einem Tierarzt vorgeführt, der sie untersucht um ihre Reisefähigkeit festzustellen. Außerdem sind die Tiere vor ihrer Abreise gechipt, geimpft, entwurmt, nach Möglichkeit kastriert und auf Mittelmeerkrankheiten getestet worden.

Das Ergebnis des Mittelmeerchecks wird Ihnen noch vor der Abreise des Tieres mitgeteilt. Gerne senden wir Ihnen auch online die Labordaten der Tiere zu. Zu diesem Zeitpunkt steht Ihnen natürlich offen sich gegen eine Adoption des Tieres zu entscheiden, sollte der Befund positiv ausfallen.

Trotz einer gründlichen Untersuchung durch den spanischen Tierarzt kann natürlich eine Erkrankung übersehen werden – dies ist auch bei einem Hund vom Züchter nicht ausgeschlossen.

Nach dem Transport kann es häufig vorkommen, dass die Tiere sich erkältet haben, da der Transport für die Tiere Stress bedeutet. Vor allem in den kalten Monaten, ist dies möglich. Deswegen ist es wichtig, das in den ersten Tagen im neuen Zuhause der Vierbeiner zur Ruhe kommen darf. In vielen Fällen haben die Tiere in den ersten Tagen/Wochen mit Durchfällen zu kämpfen. Die Umstellung der Tiere kann ganz unterschiedlich sein. Wir bitten Sie daher vor allem Trockenfutter zu füttern in den ersten Wochen, gute Erfahrungen haben wir mit getreidefreien Sorten gemacht, die alle namenhaften Hersteller anbieten.

 

Welche Kosten hat das Tier in Spanien verursacht ?

Bei Ausreise nach Deutschland wurden den Tieren die Pflichtimpfungen verabreicht, je nach Alter sind sie kastriert und auf Mittelmeerkrankheiten getestet. Jeder von Ihnen besitzt einen Impfausweis, einen Chip und eine Grunduntersuchung auf Reisefähigkeit. Anhand der folgenden Kostentabelle, können Sie sich selbst einen Überblick verschaffen.

 

  • Normale Konsultation
  • (innerhalb der Öffnungszeiten)

22,00 €

Dringende Konsultation

(außerhalb der Öffnungszeiten)

45,00 €

Dringende Nacht-Konsultation

(ab 23 Uhr)

55,00 €

Bewertung klinischer Fälle

12,00 €

Krankenhausaufenthalt

35,00 €/Tag

Mikrochip

30,00 €

Mikrochipdaten ändern

12,00 €

Hoch-Mikrochip anderer Gemeinschaften

16,00 €

Tollwut-Impfung

20,00 €

Parvovirus-Impfung

(Hunde)

21,00 €

Fünffachimpfung

(Hunde)

25,00 €

Zwingerhusten-Impfung

30,00 €

Dreifachimpfung

(Katzen)

21,00 €

Dreifachimpfung + Leukämie

(Katzen)

30,00 €

Reisepass

5,00 €

Leishmaniose-Test

23,00 €

Leishmaniose-, Ehrlichiose-, Borreliose-, Filariose-Test

35,00 €

Filariose-Test

(Serologie)

25,00 €

Röntgenbild

27,00 €

Röntgenbild Kontrolle

16,00 €

Ultraschall

35,00 €

EKG

25,00 €

Trichinen-Analyse

11,00 €

Kastration

(Kater)

75,00 €

Kastration

(Katze)

160,00 €

Kastration

(Rüde, bis 25 kg)

115,00 €

Kastration

(Rüde, ab 25 kg)

135,00 €

Kastration

(Hündin, unter 10 kg)

175,00 €

Kastration

(Hündin, 11 kg bis 25 kg)

195,00 €

Kastration

(Hündin, ab 25 kg)

240,00 €

Zahnreinigung

95,00 €

 

Kostenaufstellung aus dem Jahr 2011

 

Kostenentwicklung aufgrund Steuererhöhung von 8% auf 21 % seit Ende 2012.

Wann muss ich die Schutzgebühr bezahlen ?

Bei der verbindlichen Reservierung des Tieres müssen 100 Euro, die abzüglich der Schutzgebühr gehen, auf das Vereinskonto angezahlt werden. Spätestens zwei Wochen vor dem Transporttermin muss die restliche Schutzgebühr unaufgefordert auf dem Vereinskonto eingegangen sein.  Wir bitten Sie um Verständnis das es für uns nicht möglich ist, erst nach der Übergabe auf eine Überweisung von Ihnen zu warten.

Die Schutzgebühr geht dann zum größten Teil in das jeweilige Tierheim in Spanien. Ein Teil bleibt in Deutschland um den Transport zu finanzieren. Auch werden damit die Tierarztkosten der Hund und Katzen auf den deutschen Pflegestellen gedeckt.

 

Wie hoch ist die Schutzgebühr ?

Die Schutzgebühr für kastrierte Hunde beträgt 390,- Euro, für unkastrierte Hunde beträgt die Schutzgebühr 340,- Euro. Bei einer unkastrierte Katze beträgt die Schutzgebühr 160,- Euro, bei einer kastrierten Katze 210,- Euro.

Bitte lesen Sie den folgenden Punkt „Welche Kosten hat das Tier in Spanien verursacht“ damit Sie sich einen Überblick über die Kalkulation der Schutzgebühren verschaffen können.

Wichtig ist hierbei, das bei einer Kalkulation die Transportkosten mit 125,- Euro zu veranschlagen sind.

 

 

  Wichtig, bitte beachten Sie nach Einzug des Hundes/der Katze folgendes:

Sowohl der Hund als auch die Katze sollten bei der Haustierregistrierung Tasso mit ihrer jeweiligen Chipnummer registriert werden.

Bitte vergessen Sie nicht Ihren Hund bei Ihrer zuständigen Stadt- oder Gemeindeverwaltung anzumelden. Im Vorfeld ist es sinnvoll sich über die Höhe der Hundesteuer zu informieren.

Es ist wichtig für Ihren Hund eine Haftpflichtversicherung abzuschließen, bitte informieren Sie sich über die verschiedenen Angebote.

 

                                                                                

Sie möchten sich als Pflegestelle anbieten?



Da wir in Deutschland keine Auffangstation für unsere Tiere haben, sind wir auf Pflegestellen angewiesen. Die Hunde und Katzen  aus dem Süden kommen zumeist aus sehr schlechten Verhältnissen. Erwarten Sie daher keinen perfekten Mitbewohner! Aller Anfang ist schwer, auch für einen Vierbeiner.

Nicht selten haben die Hunde/Katzen beinahe ihr ganzes Leben hinter Gittern verbracht und kennen ihre Umwelt nicht, oder aber sie mussten sich auf der Straße durchschlagen. Das Vertrauen zum Menschen muss langsam aufgebaut werden. Dies  geschieht nicht von heute auf morgen, hier ist oft Geduld gefragt. Die wenigsten Hunde/Katzen sind von Anfang an stubenrein, wenn sie aus dem Tierheim kommen. Viele durften nie eine Wohnung von innen sehen. Eine Pfütze oder ein Häufchen auf dem Teppich, angeknabberte Möbel etc. können durchaus mal vorkommen und sollten Sie nicht aus der Fassung bringen. Ebenso können Verdauungsprobleme auftreten durch die Futterumstellung.
Ein Tier in Pflege zu nehmen, bedeutet genauso viel Verantwortung, wie ein Eigenes zu betreuen. Unsere Tiere haben die gleichen Ansprüche an Auslauf, Futter, tierärztlicher Versorgung, Pflege und Beschäftigung wie jedes Tier mit "Stammbaum".
Wir übernehmen die Kosten für die Haftpflichtversicherung der Tiere.  Tierarztkosten werden auf Wunsch vom Verein übernommen, jeder Tierarztbesuch muss aber mit uns abgesprochen werden, alle anderen Ausgaben, z.B. Futterkosten und die ortsübliche Hundesteuer werden von unseren Pflegestellen selber getragen.
 
Folgendes sollten Sie zusätzlich beachten:
 
•    Verfügen Sie über genügend Zeit, die Sie mit dem Hund/der Katze verbringen können?
•    Ist der Vermieter einverstanden mit der Haltung eines Tieres?
•    Sind die Nachbarn Tierfreunde und verzeihen auch einmal Hundehaufen im Garten oder Gebell?
•    Sind noch andere Tiere im Haushalt, die mit dem neuen Mitbewohner keine Probleme haben werden?
•    Sind Sie bereit, den Hund/die Katze solange zu behalten, bis er endgültig vermittelt ist, auch wenn es sich um eine längere Zeit handelt?
•    Durch wen wird der Pflegling betreut, wenn Sie in den Urlaub fahren oder auch im Krankheitsfall
•    Sind Sie bereit uns gute Bilder und nach einiger Zeit Ihre Einschätzung/Beschreibung des Tieres zu mailen

Natürlich freuen wir uns auch, wenn die Pflegestellen selbst Anzeigen und Aushänge für ihr Tier schalten und damit bei der Vermittlung behilflich sind.

Wir bitten Sie bei Interesse sich als Pflegestelle anzubieten uns einen ausgefüllten Pflegestellenfragebogen zuzusenden. Gerne beraten wir Sie dann,  geben Tips und suchen mit Ihnen zusammen den Pflegling aus, der am Besten zu Ihnen und Ihrem Umfeld paßt.

 

Wir brauchen Sie als Mitglied bei TSV Hund und Katz!

Mit Ihrer Mitgliedschaft untersützen Sie einmal jährlich unseren Verein und unsere Arbeit. Mit ihrem Mitgliedsbeitrag, ermöglichen Sie es uns regelmäßig die Transporte durchzuführen. Damit die Hunde und Katzen von Nordspanien nach Deutschland in ihre neuen Familien reisen können.

Natürlich können wir auch direkt vor Ort helfen und die dringenden Kastrationen mitfinanzieren.

Da unser Verein auch für Notfälle in Deutschland einspringt, gewähren Sie uns durch ihren finanziellen Beitrag einen Handlungsspielraum um auch hier helfen zu können.

Gerne stehen unsere Ansprechpartner zur Verfügung um Ihnen einen Einblick in unsere Arbeit zu gewähren. Ich bitte Sie auch die Beiträge zu den Tierheimen Jaca und Villablino zu lesen und sich die Präsentationen zu den beiden Tierheimen anzusehen.

Um eine Mitgliedschaft zu beantragen, senden Sie uns bitte den ausgefüllten Mitgliedsantrag an unsere Vereinsadresse.

http://www.tsv-hund-und-katz.de/images/Mitgliedsantrag%20TSV%20Vers2.doc

Wir danken Ihnen für Ihre Unterstützung!

Ihr TSV Hund und Katz - Team

 

 

Südkrankheiten (Mittelmeerkrankheiten)

Über dieses Thema könnte man fast endlos referieren und es gibt dazu ( wie vermutlich zu den meisten Krankheiten ) natürlich die unterschiedlichsten Meinungen, wir möchten Ihnen hier nur einen groben Einblick in drei relevante Formen geben.
Wenn Sie spezielle Fragen haben, rufen Sie uns bitte an !
Leishmaniose
Leishmaniose - kein Grund zur Panik
 
Neues vom Leishmaniosekongress in Sevilla.
Leishmaniose ist eine weltweit vorkommende Parasitose mit unterschiedlichen Krankheitsbildern bei Mensch und Tier, bei der die Erreger (Leishmanien) durch den Stich der Sandmücke übertragen werden. Eine direkte Form der Ansteckung, über Blut oder Speichel ist NICHT nachgewiesen und reine Spekulation. Leider wird die gegenteilige, absolut unwissenschaftliche Meinung immer wieder auch von Tierärzten (oft auch aus Unwissenheit) verbreitet und damit Hundebesitzer in Panik versetzt, die dann vielleicht sogar ihren Hund abgeben, was natürlich völlig unüberlegt und falsch ist.
 
Leishmanien
Im Europäisch-Mediterranen Raum gibt es ausschließlich den Erreger der inneren Leishmaniose, Leishmanium infantum, mit derzeit mindestens 9 verschiedenen Arten, davon sind manche mehr, andere weniger krankheitserregend. Nicht alle 9 Arten kommen in den gleichen Gebieten/Regionen vor. Deshalb ist es auch für die Therapie wichtig, eine Stammbestimmung (Artenbestimmung) durchzuführen. Die Leishmanien befinden sich beim Hund und Mensch in den Zellen der Leber, der Milz, des Knochenmarks und der weißen Blutkörperchen, die für den körpereigenen Schutz zuständig sind. Damit schädigen sie das Immunsystem. Eine Übertragung durch Hundespeichel ist somit auszuschließen, da sich dort keine weißen Blutkörperchen befinden.
 
Die Sandmücke
Leishmaniosekann sich NUR mit dem Vorkommen der Sandmücke als Überträger verbreiten. Es gibt sie in allen mediterranen Ländern, in Regionen von Tunesien, Griechenland, Türkei, Portugal, Südfrankreich, Spanien, den Kanaren, Sizilien, aber auch in Deutschland und der Schweiz. Sie sind nur von Frühling bis Spätsommer unterwegs, besonders August und September. Sandmücken sind windempfindlich, sind also nie direkt am Meer und fliegen nur nachts, etwa eine Stunde nach Sonnenuntergang bis eine Stunde vor Sonnenaufgang. Ihre maximale Flughöhe beträgt 3 Meter, nur "gelbes Licht" lockt sie höher. Neonröhren, Energiesparlampen oder Quarzlampen haben kein gelbes Licht. Für einen dieser schmerzenden Stiche braucht das Insekt etwa 5 Minuten, also sticht es nur schlafende Lebewesen, um nicht gestört oder abgewehrt zu werden. Statistisch gesehen erhält jeder Hund in den gefährdeten Regionen ca. 300 Stiche (!) pro Nacht, etwa 0,3 % der Mücken sind mit Leishmanien infiziert, also jeder Hund erhält - rein statistisch - einen infektiösen Sandmückenstich pro Nacht. Vor allem Nase und Unterbauch sind bei den Hunden gefährdet.
 
Prophylaxe
Das Tier sollte nachts nicht im Freien oder im Auto schlafen. Fenster sind mit dünnmaschigen Moskitonetzen zu schützen. SCALIBOR - ein hochwirksames Halsband der Firma Intervet - sollte dem Hund zum Schutz angelegt werden. Bei Reisen in Mittelmeerländer sollte es zur Prophylaxe dem Hund bereits ca. 14 Tage vor Reisebeginn angelegt werden, damit sich der Wirkstoff über den Körper verteilt. Es schützt auch vor anderen Parasiten und wirkt etwa 6 Monate. SCALIBOR verhindert auch ein weiteres Verbreiten der Infektion.
 
Symptome
Die Erreger, Leishmania infantum, äußert sich sekundär über die Haut, primär sind die inneren Organe befallen. Im Mittelmeerraum sind viele Menschen infiziert (in Südfrankreich 30 - 40 % der Bevölkerung), auch viele Touristen, ohne je ein Symptom zu zeigen oder es überhaupt zu bemerken. Ernste Gefahr besteht nur für Schwerstkranke oder Säuglinge.

Inwieweit ein Tier überhaupt erkrankt, ist regional unterschiedlich und hängt von verschiedenen Faktoren ab: a) vom Leishmania-Stamm, der mehr oder weniger krankmachend ist (kein Stamm hat sich nur auf Hunde "spezialisiert"), b) vom Immunstatus und Alter des Hundes (ein gesunder, junger Hund - bis 5 Jahre - kann die Infektion selbst gut bekämpfen) und c) von der Hunderasse (Bobtail, Schäferhund und Husky in Italien oder Spanien sind stärker gefährdet).

Besonders für die wachsende Zahl der Hunde, die ihre Halter auf Reisen in mediterrane Länder begleiten, ist die Prognose bei einer Leishmaniose-Erkrankung schlecht. Hunde, die in Leishmaniose-Gebieten leben und aufgewachsen sind, haben sich oft bereits mit der Krankheit auseinandersetzen müssen, ist ihr Immunsystem stabil (und das ist es meist), haben sie einen natürlichen Immunschutz erworben. Sie zeigen dann zwar einen Antikörper-Titer im Test, haben aber KEINE Leishmaniose.
 
Ein infizierter Hund kann sehr vielfältige Symptome zeigen, die aber auch auf andere Erkrankungen hinweisen können. Das Fehlen von Symptomen ist aber kein Hinweis darauf, dass der Hund nicht infiziert ist. Nur Tests bringen einen Nachweis. Symptome können sein: schleichender Gewichtsverlust, Lahmheit, Trägheit, Appetitlosigkeit, Haarverlust (besonders um die Augen), Schuppenbildung, Hautwunden (oft nässend, meist kreisrund - an Ohren, Kopf, Nasen und an den Beinen), Nasenbluten, Lymphknotenschwellung, Blutarmut (Anämie), "Ausfransen" der Orränder mit Schuppenbildung, Nierenschädigung.
 
Tests
Es gibt verschiedene Tests, die mehr oder weniger genaue Ergebnisse hervorbringen und auch von verschiedenen Kriterien beeinflusst werden können.

Bluttest: Dabei wird untersucht, ob vom Körper Antikörper gebildet wurden und wie viel (Antikörper-Titer). Relativ ungenau, da das Ergebnis von vielen Faktoren beeinflusst werden kann. Der Titer kann hoch sein, wenn der mediterrane Hund sich gerade mit der Infektion selbst auseinandersetzt und schon eine natürliche Immunabwehr gebildet hat. Dieser Hund erkrankt nicht. Auch Stress für den Hund kann das Immunsystem durcheinander bringen und zu falschen Ergebnissen führen. Es kann eine "Kreuzreaktion" mit einer anderen Infektion geben (Erlichiose, Babesiose u.a.), d.h. das Immunsystem arbeitet auf "Hochtouren", ein erhöhter Titer wird angezeigt, obwohl der Hund nie eine Sandmücke gesehen hat. Im Labor werden oftmals nicht die richtigen Testsubstanzen für die entsprechende Region verwendet, d.h. ein Labor in Italien nutzt Substanzen, die nur Leishmanienstämme aus Indien oder Spanien anzeigen (oft eine Preisfrage). Auch der sogenannte Schnelltest, der häufig in südlichen Ländern angeboten wird, bietet absolut ungenaue Ergebnisse mit wenig Aussagekraft.
 
Knochenmark und Lymphknotentest: Es wird - unter lokaler Narkose - ein Punktat entnommen und mikroskopisch auf Leishmanien untersucht. Leider sind nur wenige Tierärzte dazu in der Lage, diesen Test durchzuführen. Er bringt genaue Ergebnisse. Weiterhin gibt es ein molekulares Nachweisverfahren aus Knochenmark (PCR), bei dem der Nachweis von Bruchstücken aus Leishmanien-DNA (Erbinformation) erfolgt, der aber für mediterrane Hunde nicht in Frage kommt, da nachgewiesen wurde, dass - rein statistisch - jeder dort lebende Hund bereits einen infektiösen Sandmückenstich pro Nacht bekommt und so ein Antikörper-Titer bereits vorhanden ist, da sich sein Immunsystem bereits mit den Leishmanien auseinandergesetzt hat. Für die "Urlaubshunde" kann hiermit ein genaues Ergebnis erwartet werden. Auch hier gibt es nur wenige Labore, die dazu in der Lage sind.
 
Therapie
Für den Hund stehen zahlreiche therapeutische Verfahren zur Verfügung, die aber individuell je nach Erregerstamm, Konstitution und Hunderasse eingesetzt werden müssen. Grundvoraussetzung in jedem Fall ist eine Erhöhung und Stabilisierung des Immunsystems des Hundes. Kein Stress, Geborgenheit, ausgewogenes Futter, innere Ruhe - all das verbessert seine Konstitution, sein Wohlbefinden und stärkt damit sein Immunsystem. Damit wird das Tier in die Lage versetzt, sich selbst mit dem Erreger auseinanderzusetzen und damit fertig zu werden. Besonders Tiere, die keine Symptome zeigen, haben dabei sehr gute Chancen. Als unterstützende Mittel zur Erhöhung der Immunabwehr können gegeben werden: pflanzlich: Echinacea, synthetisch: Levamisole (Empfehlung: 4 Monate lang therapiebegleitend).
 
Für einen Therapieerfolg ist der Nachweis des Erregerstammes nötig (wird in Berlin gemacht). Die eigentliche Behandlung kann nur individuell erfolgen, es stehen verschiedene Präparate zur Verfügung, die grundsätzlich in Kombination und auf den jeweiligen Hund abgestimmt gegeben werden müssen (Allopurinol, Amphotericin B, Antimon, Ketoconazol, Interferon, Oleyl-PC u.a.). Es gibt sehr gute Therapieerfolge, z.B. mit Amphotericin B bei Leishmaniosehunden aus Frankreich und Spanien von 80 - 93 %, bei diesen Hunden kam es auch nach einem Jahr zu keinem Rückfall. Es wird ständig an neuen Präparaten und Behandlungsmöglichkeiten mit sehr guten Aussichten geforscht.

Leishmaniose ist eine Erkrankung, die viele Menschen aus Unwissenheit in Angst und Schrecken versetzt. Leider sind auch die meisten deutschen Tierärzte nicht ausreichend informiert und tragen dadurch zur allgemeinen Panik und Verunsicherung bei. Je früher bei Auftreten von Symptomen und Erregernachweis mit der Therapie begonnen wird, desto besser sind die Heilungschancen. Es gibt für Halter infizierter oder erkrankter Hunde inzwischen gut arbeitende Selbsthilfegruppen.
 
Im Umgang mit infizierten Tieren besteht für den Menschen keine Gefahr sich zu infizieren, trotzdem müssen natürlich entsprechende Hygieneregeln (Händewaschen, Vorsicht im Umgang mit offenen Wunden etc.) eingehalten werden, die für Hundehalter sowieso selbstverständlich sein sollten. Wissenschaftlich gesehen gibt es KEINEN einzigen nachgewiesenen Fall, bei dem sich der Mensch durch seinen Hund infiziert hat, eben weil inzwischen der Entwicklungsweg der Leishmanien bekannt und erforscht ist.

Es besteht also absolut kein Grund, "vorsichtshalber" gesunden Tieren aus südlichen Ländern eine Chance auf ein neues Leben in Deutschland zu verweigern!


Ehrlichiose
Ehrlichiose ist eine durch Bakterien verursachte Infektionskrankheit der Hunde, die durch Zeckenbisse verbreitet wird. Diese Krankheit tritt erst seit einigen Jahren in Deutschland auf; es muß jedoch mit einer weiteren Verbreitung gerechnet werden.

Die Inkubationszeit beträgt 8 bis 20 Tage.

Symptome

Phase 1 - Unspezifische Krankheitsanzeichen

Hohes, wiederkehrendes Fieber, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust und blasse Schleimhäute (Anämie). Die Anzahl der weißen Blutkörperchen und Blutplättchen sinkt.

Phase 2 – Subklinische Phase (Dauer 40 Tage – mehrere Jahre)

In dieser Zeit erfolgt entweder die spontane Ausscheidung des Erregers (= Heilung) oder es kommt zum dauerhaften Festsetzen des Erregers im Organismus (maximal 5 Jahre).

Die Hunde sind meist unauffällig, fressen schlecht und nehmen ab. Sie stellen eine Ansteckungsgefahr für gesunde Tiere dar.

Phase 3  - Chronische Phase

Wird der Erreger in Phase 2 nicht aus dem Körper ausgeschieden, kann es zur chronischen Phase kommen. Knochenmarksveränderungen führen zu einer milden bis schweren Verlaufsform.

Ein milder Verlauf bringt Lustlosigkeit und Müdigkeit, Appetitmangel, Abmagerung, Milz- und Lymphknotenschwellungen. Verdächtig für Ehrlichiose ist das Auftreten von Nasenbluten, Hautblutungen und Gliedmaßenödeme (Wasseransammlungen in den Beinen).

Bei der schweren Verlaufsform treten oben genannte Symptome auf, zusätzlich sind innere Organe betroffen. Es laufen autoimmune Prozesse ab, körpereigene Strukturen werden so verändert, dass sie vom Körper als fremd erkannt und vom eigenen Abwehrsystem bekämpft werden.

Seltene schwere Fälle führen zur Veränderung der Augenfarbe und zum Erblinden. Bei E. canis und E. ewingii können Gehirn- und Gehirnhautentzündungen zu epileptischen Anfällen und Bewegungsstörungen führen. Weiterhin werden Muskelentzündungen, -schwäche und –schwund mit Gelenkschmerzen beobachtet.

Behandlung

Zur Behandlung wird ein bestimmtes Antibiotikum aus der Gruppe der Tetracycline, das sogenannte Doxycyclin verwendet.  Es muss mindestens 10, besser 21 Tage lang verabreicht werden. Schon innerhalb der ersten 24 bis 48 Stunden tritt in den meisten Fällen eine Besserung ein.

Bei schwerwiegenden Fällen sind Bluttransfusionen unterstützend notwendig, um die Zeit bis zur ausreichenden, körpereigenen Blutzellen-Bildung zu überbrücken.

Zusätzliche, kurzzeitige Gaben von Kortison fördern den Heilungsprozess. Zur Stimulierung der Knochenmarks-Aktivität (Nachbildung von Blutzellen) werden zum Teil Anabolika gegeben.

Starkes Nasenbluten kann durch spezielle Nasentropfen zum Stillstand gebracht werden.

Homöopathische Präparate und Vitamin B können den Heilungsprozess unterstützen.
Babesiose
Babesiose
Die Erreger der Babesiose werden durch Zecken übertragen. Diese leben vornehmlich in den süd- und osteuropäischen Ländern, aber auch in Deutschland und anderen mitteleuropäischen Ländern ist es bereits zu Ansteckungen gekommen. Wichtig ist daher immer (auch gerade im Urlaub) eine wirksame Zecken-Prävention!

Die Babesien zerstören die roten Blutkörperchen. Bei zu später Erkennung kann die Babesiose zum Tod des Hundes führen.

Ab dem 4. Tag nach der Infizierung kann es zu leichten Symptomen kommen, ab dem 10. Tag werden diese Anzeichen bei einer akuten Infektion deutlich:
* Anämie (Blutarmut)
* Fieber
* Appetitlosigkeit, Übelkeit
* Lethargie, Schwäche
* Dunkel verfärbter Urin (dunkelgelb bis rotbraun)
* Vergrößerte Lymphknoten, geschwollene Milz
* Evtl. Nierenversagen oder Gelbsucht
Neben der klinischen Untersuchung wird die Babesiose durch eine Blutuntersuchung diagnostiziert. Rechtzeitig behandelt sind die Chancen sehr gut. Sind jedoch bereits zu viele rote Blutkörperchen zerstört, wirken Medikamente nicht mehr.

Bei einem chronischen Verlauf der Krankheit sind die hauptsächlichen Symptome wechselndes Fieber sowie ein ein Abbau der Körperkondition. Es kann jedoch auch zu Verdauungs- und Kreislaufstörungen, Störungen des zentralen Nervensystems, Ödemen oder respiratorischen Symptomen kommen.

Gerade bei Hunden aus dem Süden wird die Babesiose oft durch eine Ehrlichiose begleitet.
Filariosen:
Allgemein:
Ursache sind Rundwürmer, die sich unter der Haut, im Bindegewebe zwischen den Organen, in den Lymphknoten, im Herz oder großen Blutgefäßen einnisten (»Herzwurm«). Einige Filaria-Weibchen können bis zu 30 cm lang werden.
Überträger: Mücken und Flöhe. Neben dem Hund ist auch die Katze und der Fuchs als Reservoir bekannt.
Bei schwerem Befall sind die Tiere sehr geschwächt. Manche entwickeln einen Herzhusten, andere wirken nur sehr müde und abgeschlagen.
Behandlung:
Die Behandlung einer caninen Dirofilariose (D. immitis) findet ausschliesslich mit arsenhaltigen Medikamenten statt.
Die Therapie hängt vom Grad der Erkrankung ab. Zumeist wird der Tierarzt ein Mittel zum Abtöten der adulten Würmer und der Mikrofilarien verabreichen. Hat der Hund jedoch besonders viele adulte Würmer, können diese frei in der Blutbahn zirkulierenden toten Würmer zu einem Verschluss  in den Lungengefäßen führen. Wenn man dies befürchten muss, werden auch Blutverdünner zusätzlich verabreicht und es ist eine absolute Ruhigstellung des Hundes für einige Tage nötig.
Bei besonders schweren Fällen bedarf es der chirurgischen Entfernung der Würmer.
Filaria ist heilbar!
Übertragung:
Durch den Stich einer infizierten Mücke wandern die Larven auf verschiedenen Wegen (Haut, Muskelfasern, Nacken) zu den Venen. Das Herz erreichen dann bereits erwachsene, geschlechtsreife Stadien. Etwa 7-9 Monate nach dem Einstich der Mücke enthalten dann die reifen Weibchen erste Larven, die sogenannten Mikrofilarien. Die Mikrofilarien werden dann ins Blut ausgeschwemmt und können erneut von saugenden Mücken aufgenommen werden. Das heisst, dass in den südlichen Ländern alle Säugetiere durch Mückenstiche infiziert werden können. Wichtig ist also ein guter Schutz gegen Mückenstiche für Hund und Mensch.
 Infizierte Hunde sollten bis zur beendeten Therapie mit Mückenschutz behandelt werden( z.B. Advantix).

Wir bedanken uns bei Hunde ohne Herrchen e.V. für die Bereitstellung des Beitrags über die Mittelmeerkrankheiten.
Hilfreiche Homepage zum Thema finden Sie unter www.laboklin.de

Lieber Leser,
unser Verein unterstützt verstärkt die Tierheime Jaca und Villablino im Norden Spaniens. Dort setzen wir uns für Kastrationen ein, lindern das Schicksal von Langzeitinsassen indem wir dringende Behandlungen, Futter, Instandhaltung der Zwingeranlagen, Ausbau der Zwinger und auch die Transporte nach Deutschland mitfinanzieren.


Die Tierheime liegen in unmittelbarer Nähe des Jakobswegs. Das bringt für uns als Verein,  der die Transporte der Hunde und Katzen organisiert, eine besondere Herausforderung mit sich. Die Regionen sind relativ abgelegen und es gibt dort um einiges weniger Tourismus als beispielsweise in den südlichen Küstenregionen. Auch die großen Flughäfen wie Madrid oder Barcelona sind vor allem für das Tierheim Villablino nur schwer zu erreichen. Aus diesen Gründen, gestalten wir unsere Transporte kaum mit Flugpaten.


Wir transportieren unsere Tiere nur mit einem Transporteur, der eine spezielle Zulassung für Tiertransporte dieser Art hat. Zudem wird für die Tiere eine Pause mit einem mehrstündigen Mindest-Stop eingeplant, in einem sicheren Quartier. Oberstes Gebot stellt für uns auch die Einhaltung aller Transportbestimmungen dar.

Die Situation vor Ort zu verbessern, ist ein wichtige Bestrebung für uns. Marode Zwingeranlagen müssen instandgehalten werden. Die Ausläufe für die Zwinger gegebenenfalls erweitern. Die freiwilligen Helfer vor Ort, versuchen in ihrer knappen Zeit neben ihren Jobs und Familien, die Hunde zu versorgen und auch handwerkliche Arbeiten an den Tierheimanlagen zu verrichten.


Vermehrt setzen sich beide Tierheime mit Aufklärungsaktionen auf Märkten für die Aufklärung der Bevölkerung ein um ein Umdenken in den Köpfen zu erzielen und trotz der wirtschaftlich sehr angespannten Situation in Spanien, eine Verbesserung im Umgang mit den Tieren zu erreichen.                                     

Wir bitten Sie auf diesem Weg um Ihre Hilfe. Um unsere Vorhaben in den Tierheimen umsetzen zu können, sind wir auf Ihre Spenden angewiesen. Auch suchen wir für die Tiere Paten, die auch durch einmalige Spenden, die Kastration, Impfung, Bluttest und Chip einzelner Tiere übernehmen möchten – und damit den Tieren eine Ausreise auf eine unserer Pflegestellen ermöglichen. Sollten Sie einen der Hunde oder Katzen so unterstützen wollen, kontaktieren Sie bitte unsere Ansprechpartner, die Ihnen gerne mehr Informationen über eine Reisepatenschaft geben. So können Sie einer armen Nase auf den Weg helfen, auch wenn Ihnen die Tierhaltung selbst nicht möglich ist.

Wir bitten Sie Ihre Geldspende  auf unser Vereinskonto zu überweisen und im Feld Betreff den Verwendungszweck anzugeben.
Sparkasse Fulda
Konto-Nr.: 4003292
BLZ: 53050180


Außerdem bitten wir Sie eine Nachricht an unseren Kassenwart Frau Amberg  Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! per Mail oder per Post an  TSV Hund und Katz Hattenhofer Str. 14 in 36124 Eichenzell  zu senden, die Ihre Adresse und die Höhe der Geldspende enthält, um Ihnen eine Quittung zukommen zu lassen.

Wir bedanken uns bei Ihnen für Ihre Unterstützung auch im Namen aller Freiwilligen der Tierheime Jaca und Villablino.

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